Image


Gut begleitet - bei allen Fragen zur Kindergesundheit

Madenwürmer (Oxyuren)

Ein Madenwurmbefall ist eine häufige, meist harmlose Wurmerkrankung, die besonders bei Kindern vorkommt. Madenwürmer sind kleine Parasiten, die den menschlichen Darm befallen können. Ein Madenwurmbefall ist zwar unangenehm, verläuft jedoch in der Regel harmlos und lässt sich gut behandeln.

Die Ansteckung erfolgt meist über den Mund durch das Verschlucken mikroskopisch kleiner Wurmeier. Diese können sich zum Beispiel an ungewaschenen Händen, unter Fingernägeln, auf Spielzeug, im Sand oder auf Lebensmitteln befinden.

Typisch für den Madenwurmbefall ist, dass die Würmer vor allem nachts aus dem Darm in den Analbereich wandern und dort ihre Eier ablegen. Dadurch entsteht ein oft ausgeprägter Juckreiz am Po, besonders nachts oder in den frühen Morgenstunden. Kinder kratzen sich dann häufig unbewusst im Schlaf oder kurz nach dem Aufwachen.

Durch das Kratzen können die mikroskopisch kleinen Wurmeier an die Finger und unter die Fingernägel gelangen. Von dort aus werden sie leicht wieder über den Mund aufgenommen (Selbstansteckung) oder auf andere Personen, Gegenstände und Oberflächen übertragen.

Mögliche Beschwerden

Viele Kinder haben nur milde oder gar keine Symptome. Typisch sind jedoch nächtlicher Juckreiz am After sowie Schlafstörungen. Infolge des gestörten Schlafs können Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit oder allgemeines Unwohlsein auftreten. Auch unspezifische Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit sind möglich.

Wie wird ein Madenwurmbefall festgestellt?

Oft ergibt sich der Verdacht bereits aus den Beschwerden. Manchmal werden kleine, helle Würmchen im Stuhl, in der Unterwäsche oder im Schlafanzug bemerkt. Bei entsprechenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Zur sicheren Abklärung führen wir in der Praxis einen sogenannten Analabdruck durch. Dabei werden mit einem einfachen Klebestreifen mögliche Wurmeier aus dem Analbereich aufgenommen und der Abdruck anschließend mikroskopisch auf das Vorliegen von Wurmeiern untersucht.

Bitte kommen Sie dafür morgens mit Ihrem Kind vor dem ersten Toilettengang und vor dem Waschen der Analregion in die Praxis (bitte nach vorheriger Terminvereinbarung). So ist ein zuverlässiger Nachweis möglich.

Wie wird ein Madenwurmbefall behandelt?

Ein Madenwurmbefall lässt sich in der Regel gut mit einem Medikament behandeln, das die Würmer abtötet. Die Behandlung sollte nach 2 Wochen wiederholt werden. Um eine erneute Ansteckung zu vermeiden, ist es außerdem häufig sinnvoll, alle im Haushalt lebenden Personen mit zu behandeln. Bitte beachten Sie unbedingt auch die empfohlenen Hygienemaßnahmen.

Welche Hygienemaßnahmen sind wichtig?

Neben der medikamentösen Behandlung sind einfache Hygieneregeln entscheidend:

  • regelmäßiges, gründliches Händewaschen
  • Fingernägel kurz halten, Nägelkauen vermeiden
  • täglicher Wechsel von Unterwäsche
  • Wechsel der Bettwäsche nach Beginn der Behandlung
  • Waschen von Unterwäsche und Bettwäsche bei mindestens 60 °C

Durch die Kombination aus Behandlung und konsequenter Hygiene lässt sich ein Madenwurmbefall meist rasch und dauerhaft beseitigen.

Eltern- und Patientenratgeber

Auf den folgenden Seiten finden Sie mehrsprachige Eltern- und Patientenratgeber zum Thema Madenwürmer, die sie gern zur weiteren Orientierung nutzen können.