
Gut begleitet - bei allen Fragen zur Kindergesundheit
Vitamin D
Vitamin D wirkt im Körper wie ein Hormon. Es hilft dem Körper, Calcium aus dem Darm aufzunehmen. Calcium wird wiederum für stabile Knochen und Zähne benötigt – besonders im Wachstum. Wenn über längere Zeit Vitamin D und/oder Calcium fehlen, kann das den Aufbau stabiler Knochen stören. Bei Kindern kann das im Extremfall zum Krankheitsbild der Rachitis führen, bei dem die kindlichen Knochen weich und nicht ausreichend belastbar sind.
Typische Zeichen einer Rachitis treten vor allem in Phasen schnellen Wachstums auf – also bei Säuglingen und später nochmals in der Pubertät. Je nach Alter können zunächst unspezifische Symptome wie Unruhe, Schwitzen oder Muskelschwäche auftreten, später auch Knochenverformungen (O-Beine), Wachstumsstörungen und Auffälligkeiten der Zähne.
Darüber hinaus zeigen Studien, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel auch mit einem erhöhten Risiko für weitere Erkrankungen (z.B. Infektionen, Autoimmun- oder psychischen Erkrankungen) assoziiert sein können.
Woher bekommen wir Vit D?
Wir nehmen Vitamin D nur in sehr geringen Mengen über die Nahrung auf – der Körper bildet Vitamin D vor allem über die Haut durch Sonnenlichteinstrahlung (etwa 90 %). Über Lebensmittel allein lässt sich der Bedarf nicht zuverlässig decken.
In Deutschland gibt es dabei eine wichtige Besonderheit: Zwischen Oktober und April kann der Körper über die Haut praktisch kein Vitamin D bilden, weil der Sonnenstand bzw. die UVB-Strahlung nicht ausreicht. Das heißt: auch wer im Winter viel draußen ist, füllt den Vitamin-D-Speicher in unseren Breiten in der Regel nicht ausreichend auf.
Vit D im Säuglingsalter
In Deutschland wird Vitamin D im Säuglingsalter standardmäßig zur Prophylaxe gegeben: im 1. Lebensjahr täglich 500 I.E., häufig wird im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten weiter substituiert.
Vitamin D spielt auch für die Entwicklung gesunder Zähne eine wichtige Rolle. Im Säuglingsalter wird Vitamin D deshalb mit Fluorid kombiniert, um sowohl die Knochen- als auch die Zahngesundheit zu fördern.
Bis zum Durchbruch des ersten Milchzahns wird in der Regel täglich ein Kombinationspräparat aus Vitamin D (400–500 I.E.) und Fluorid (0,25 mg) empfohlen. Für das Präparat erhalten Sie von uns ein Rezept.
Sobald der erste Zahn da ist, beginnt schrittweise das Zähneputzen. Eltern haben dann zwei gleichwertige Möglichkeiten:
entweder weiterhin Vitamin D + Fluorid als Tablette und Zähneputzen zunächst ohne fluoridhaltige Zahnpasta,
oder Vitamin D allein als Tablette und Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (Reiskorn-Menge, 1.000 ppm Fluorid).
Wichtig ist, dass Fluorid nicht doppelt gegeben wird – also entweder über die Tablette oder über die Zahnpasta.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Elternratgeber zur Zahngesundheit der DGKJ
Vitamin D Einnahme älterer Kinder und Jugendlicher
Aus den oben genannten Gründen – insbesondere der fehlenden körpereigenen Vitamin-D-Bildung zwischen Oktober und April – kann eine Vitamin-D-Einnahme auch über das Säuglingsalter hinaus sinnvoll sein, vor allem in den Wintermonaten. Tatsächlich hat die amerikanische Fachgesellschaft für Endokrinologie erst kürzlich eine pragmatische Empfehlung veröffentlicht: Sie spricht sich dafür aus, Kinder und Jugendliche grundsätzlich mit Vitamin D zu supplementieren, ohne routinemäßige Spiegelkontrollen, um einem Mangel vorzubeugen. Eine Dosis von 2000 IE pro Tag sollte dabei nicht überschritten werden. Sprechen Sie uns bei Fragen dazu gerne an.
Welche Präparate sind für ältere Kinder und Jugendliche sinnvoll?
Gute, günstige Vitamin-D-Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich – ein einfaches Monopräparat reicht in der Regel völlig aus. Es gibt Vitamin D als Öl/Tropfen oder als Tabletten. Tabletten lassen sich bei Bedarf leicht in etwas Wasser auflösen.
Wovon wir abraten: Bitte keine Vitamin-D-Präparate „unklarer Herkunft“ über das Internet bestellen – hier besteht ein Risiko für Fehldosierungen. Auch sehr teure Kombinationspräparate (z. B. aus dem Drogeriemarkt) sind meist unnötig. Für eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 gibt es keine überzeugende Evidenz – darauf kann daher in aller Regel verzichtet werden.
