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Gut begleitet - bei allen Fragen zur Kindergesundheit

Impfen – gut informiert entscheiden

Uns ist wichtig, dass Sie Impfentscheidungen gut informiert und ohne Angst treffen können.

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, besprechen Nutzen und mögliche Risiken offen und verständlich, und begleiten Ihr Kind verantwortungsvoll auf seinem Weg zu einem bestmöglichen Schutz. Neben Ihrem Vertrauen in uns als behandelnde Ärztinnen und Ärzte ist es wichtig, gut informiert zu sein. Deshalb erklären wir Ihnen im Folgenden einfach und transparent, was Impfungen sind, wie sie wirken und warum sie empfohlen werden.

Warum Impfungen wichtig sind

Tagtäglich kommen wir alle mit einer Vielzahl von Bakterien und Viren in Kontakt. Die meisten davon machen uns gar nicht krank oder führen nur zu harmlosen Infekten. Es gibt jedoch auch Erreger, die schwere und manchmal sogar lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen können – besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Impfungen helfen dabei, den Körper gezielt auf solche Krankheitserreger vorzubereiten. Sie schützen nicht nur das geimpfte Kind selbst, sondern tragen auch dazu bei, die Ausbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung zu verhindern. Dieser sogenannte Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) ist besonders wichtig für Menschen, die selbst nicht geimpft werden können – zum Beispiel sehr junge Säuglinge oder schwer kranke Kinder.

Ein Beispiel ist Keuchhusten: Während ältere Kinder oder Erwachsene oft „nur“ wochenlang husten, kann die Erkrankung bei jungen Säuglingen zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Deshalb empfiehlt man hier zusätzlich die sogenannte "Kokonstrategie" – also die Impfung von Eltern und engen Kontaktpersonen, um den Säugling bestmöglich zu schützen, bis er selbst vollständig geimpft ist.

Warum sollte man gegen „Kinderkrankheiten“ impfen?

Der Begriff Kinderkrankheiten kann irreführend sein. Diese Krankheiten heißen nur deshalb „Kinderkrankheiten“, weil sie ohne Impfung so ansteckend sind, dass fast alle Menschen sie bereits im Kindesalter durchmachen würden. Das bedeutet keinesfalls, dass sie ungefährlich sind. Masern zum Beispiel sind keine harmlose Erkrankung. Neben hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl kommt es häufig zu Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Eine besonders schwerwiegende Komplikation ist eine Gehirnentzündung. Sie betrifft etwa eines von 1.000 erkrankten Kindern und kann bei bis zu 20 % der Betroffenen tödlich enden. All dies ist durch eine Impfung vermeidbar.

Wie funktioniert eine Impfung eigentlich?

Unser Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern, indem es Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, bildet. Zusätzlich entstehen Gedächtniszellen, die einen Erreger auch nach vielen Jahren wiedererkennen und schnell bekämpfen können.

Dieses Lernvermögen des Immunsystems macht man sich bei Impfungen zunutze:

Bei einer Impfung werden abgeschwächte, abgetötete oder einzelne Bestandteile eines Erregers verabreicht. Diese machen nicht krank, regen das Immunsystem aber dazu an, Abwehrmechanismen aufzubauen.

Man kann sich eine Impfung daher gut als ein Training für das Immunsystem vorstellen – gegen einen ungefährlichen „Übungsgegner“, statt gegen eine echte, möglicherweise schwere Infektion.

Welche Impfstoffe gibt es?

Es gibt unterschiedliche Impfstoffarten:

  • Lebendimpfstoffe enthalten stark abgeschwächte Erreger, die sich noch vermehren können, aber keine Krankheit mehr auslösen. Dazu gehören z.B. die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sowie die Impfung gegen die "echte Grippe" (Influenza).

  • Inaktivierte Impfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder nur einzelne Bestandteile davon. Die meisten heutigen Impfstoffe gehören zu dieser Gruppe.

Alle Impfstoffe werden vor ihrer Zulassung in umfangreichen Studien auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft. Auch nach der Zulassung werden sie weiterhin sorgfältig überwacht. Ihr Nutzen und ihre gute Verträglichkeit haben sich im millionenfachen Einsatz bewährt.

Warum wir uns an die Empfehlungen der STIKO halten

In unserer Praxis orientieren wir uns konsequent an den Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO). Das tun wir aus Überzeugung:

Wir empfehlen ausschließlich Impfungen, von deren Nutzen und Sicherheit wir selbst überzeugt sind.

Die STIKO gibt in Deutschland wissenschaftlich fundierte Impfempfehlungen heraus. Sie ist ein unabhängiges, ehrenamtlich arbeitendes Expertengremium, das am Robert Koch-Institut angesiedelt ist. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen medizinischen und wissenschaftlichen Fachrichtungen und verfügen über langjährige Erfahrung.

Impfempfehlungen entstehen dort nicht „aus dem Bauch heraus“, sondern nach einer sehr sorgfältigen Bewertung:

  • Wie gefährlich ist eine Erkrankung?

  • Wie gut schützt die Impfung?

  • Wie sicher ist sie?

  • Wie häufig tritt die Krankheit in Deutschland auf?

  • Welchen Nutzen hat die Impfung für das einzelne Kind und für die Bevölkerung insgesamt?

Mögliche Interessenkonflikte müssen von allen Mitgliedern offengelegt werden. Besteht auch nur der Anschein einer Befangenheit, dürfen diese Personen an entsprechenden Entscheidungen nicht mitwirken. Die Arbeitsweise der STIKO ist transparent, die Begründungen für neue oder geänderte Empfehlungen werden öffentlich zugänglich gemacht. Impfempfehlungen der STIKO gelten in Deutschland als medizinischer Standard.

Impfreaktionen, Nebenwirkungen und Impfschäden

Wie bei jeder medizinischen Maßnahme kann es auch nach Impfungen zu Reaktionen kommen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle

  • Müdigkeit, leichtes Fieber

  • Kopf- oder Gliederschmerzen

Diese Reaktionen sind meist harmlos und klingen rasch ab. Sie zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt und Schutz aufbaut.

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen üblichen Impfreaktionen und sogenannten Impfschäden. Ein Impfschaden liegt nur dann vor, wenn eine gesundheitliche Beeinträchtigung über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgeht, länger als 6 Monate besteht und eindeutig auf die Impfung zurückzuführen ist. Solche Fälle sind extrem selten. Die STIKO entwickelt klare Kriterien, um diese Abgrenzung nachvollziehbar und transparent zu gestalten.

Sind Kombinationsimpfstoffe eine Überforderung?

Moderne Kombinationsimpfstoffe schützen gleichzeitig vor mehreren Krankheiten. Auch wenn das auf den ersten Blick viel erscheint:

Das Immunsystem, auch das eines Säuglings, ist täglich mit einer deutlich größeren Anzahl von Erregern konfrontiert als durch eine Impfung.

Im Gegenteil: Kombinationsimpfstoffe bedeuten weniger Spritzen, weniger Arzttermine und eine geringere Belastung für Kinder und Eltern.

Impfungen, Allergien und Infekte

Kinder mit Allergien oder Neurodermitis können in der Regel ganz normal geimpft werden. Studien zeigen keine Zunahme von Allergien durch Impfungen. Vorsicht ist lediglich bei bekannten schweren Allergien gegen bestimmte Impfstoffbestandteile (z. B. Hühnereiweiß) geboten – hier beraten wir Sie individuell.

Auch ein leichter Infekt ohne Fieber ist kein Grund, eine Impfung zu verschieben. Selbst unter einer Antibiotikatherapie kann in der Regel geimpft werden.

Wie Impfempfehlungen umgesetzt werden

Die STIKO fasst ihre Empfehlungen übersichtlich in einem Impfkalender zusammen. Viele Impfungen erfolgen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen und werden im Impfpass dokumentiert. Gesetzlich empfohlene Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Seit dem 1. März 2020 gilt in Deutschland Masernschutzgesetz:

Kinder, die eine Gemeinschaftseinrichtung (KiTa oder Schule) besuchen, müssen einen ausreichenden Masernschutz nachweisen.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zur Arbeit der STIKO, zu den Empfehlungen und zur wissenschaftlichen Bewertung von Impfungen finden Sie auf der Website der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut.

Darüber hinaus finden Sie auf dem Informationsportal infektionsschutz.de – einem Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – verständliche Informationen zum Impfen für Kinder und Eltern.