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Gut begleitet - bei allen Fragen zur Kindergesundheit

Chronische Verstopfung (Obstipation) bei Kindern

Verstopfung gehört zu den häufigsten Problemen im Kindesalter. Von einer chronischen Verstopfung spricht man, wenn die Beschwerden länger als zwei Monate anhalten. Dabei geht es nicht nur um die Häufigkeit des Stuhlgangs: Auch sehr harter Stuhl, schmerzhafte Entleerung, starkes Pressen oder das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können, sind typische Zeichen einer Verstopfung.

Wie entsteht eine chronische Verstopfung?

Oft beginnt eine Verstopfung ganz harmlos, zum Beispiel durch Veränderungen im Alltag (Reisen, Krankheit, ungewohntes Essen), beim Übergang zur Beikost oder in der Phase des Sauberwerdens. Wenn die Stuhlentleerung schmerzhaft ist, etwa durch harten Stuhl oder kleine Einrisse am Darmausgang, versuchen Kinder, den Stuhl bewusst zurückzuhalten.

Bleibt der Stuhl länger im Darm, wird er zunehmend härter. Die nächste Entleerung tut dann noch mehr weh, sodass das Kind den Stuhl erneut zurückhält. Es entsteht ein Teufelskreis aus Schmerz, Zurückhalten und weiterer Verhärtung, den Kinder allein kaum durchbrechen können.

Warum kommt es zu Stuhlschmieren oder Stuhlinkontinenz?

Bei länger bestehender Verstopfung kann sich der Enddarm stark weiten. Das Kind verliert dann zunehmend das Gefühl für den natürlichen Stuhldrang. Weicher Stuhl kann unbemerkt an den harten Stuhlmassen vorbeilaufen und sich in der Unterwäsche absetzen. Dieses sogenannte Stuhlschmieren oder die Stuhlinkontinenz ist keine Absicht und kein Durchfall, sondern eine typische Folge einer chronischen Verstopfung. In dieser Situation helfen Vorwürfe oder Bestrafung nicht weiter. Die Kinder brauchen vielmehr Unterstützung, um die Kontrolle über ihre Darmfunktion schrittweise wiederzuerlangen.

Wie wird chronische Verstopfung behandelt?

Ziel der Behandlung ist es, dem Kind wieder eine regelmäßige, schmerzfreie Stuhlentleerung zu ermöglichen und den beschriebenen Teufelskreis zu durchbrechen. In den meisten Fällen liegt keine organische Erkrankung zugrunde. Nach ärztlicher Abklärung erfolgt die Behandlung meist durch eine Kombination aus:

  • stuhlweichmachender Therapie, damit der Stuhl weich und schmerzfrei abgesetzt werden kann

  • geduldiger Begleitung über einen längeren Zeitraum, oft über Monate

  • Toilettentraining: ein regelmäßige Toilettengang, insbesondere nach den Hauptmahlzeiten, helfen den natürlichen Stuhldrang zu nutzen – wichtig ist dabei eine ruhige Atmosphäre ohne Druck oder Zwang.

  • begleitenden Maßnahmen wie ausreichendem Trinken und einer ausgewogenen Ernährung

Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist wichtig, da sich eine unbehandelte Verstopfung sonst verfestigen kann.

Weitere hilfreiche Informationen zum Thema Verstopfung finden Sie im Elternratgeber der DGKJ:

Gut erklärt – auch für Kinder verständlich

Eine sehr anschauliche Erklärung zur Entstehung der Verstopfung und zum Stuhlschmieren bietet das animierte Video The Poo in You. Ergänzend empfehlen wir ein Erklärvideo der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) zum Thema Verstopfung und Stuhlinkontinenz.

Beide Videos eignen sich gut, um sie gemeinsam mit älteren Kindern anzuschauen. Das hilft, die Vorgänge im eigenen Körper besser zu verstehen und nimmt häufig Ängste und Schuldgefühle.